Wer aus einem Haus auszieht, rechnet oft die Kosten eines Wohnungsumzugs hoch und liegt damit falsch. Ein Haus bringt mehr Volumen mit, aber auch Vorteile, die eine Wohnung im dritten Stock nie hat. Die Kalkulation der Umzugsbranche folgt hier eigenen Regeln.
Der Vorteil: keine Etagen
Der größte Kostentreiber beim Wohnungsumzug ist das Treppenhaus. Umzugsfirmen schlagen pro Etage ohne Aufzug rund 8 Prozent auf die Trägerzeit auf. Ein Haus hat meist ebenerdigen Zugang und eine Auffahrt, an der der Wagen direkt hält. Das spart bei 80 Kubikmetern schnell zwei bis drei Arbeitsstunden für vier Träger.
Der Nachteil: Keller, Dachboden, Garten
Was in Häusern über Jahre ansammelt, taucht in keiner Wohnflächenrechnung auf. Kellerregale, Gartengeräte, Werkbank, Fahrräder, Rasenmäher, Terrassenmöbel. Realistisch kommen 10 bis 25 Kubikmeter obendrauf, die beim Erstgespräch gern vergessen werden und am Umzugstag eine zweite Fahrt auslösen.
Warum Volumen nicht linear kostet
Ein Umzug mit 40 Kubikmetern braucht drei Träger und einen 7,5-Tonner. Einer mit 80 Kubikmetern braucht vier bis fünf Träger und einen 12-Tonner, aber immer noch nur eine Anfahrt, eine Rüstzeit, eine Fahrt. Die Fixkosten verteilen sich auf mehr Ladung. Deshalb liegt der Preis für das doppelte Volumen typischerweise beim 1,6- bis 1,7-Fachen, nicht beim Doppelten.
| Volumen | Träger | Fahrzeug | Nahbereich (bis 30 km) |
|---|---|---|---|
| 40 m³ | 3 | 7,5 t | 1.500 bis 2.300 € |
| 60 m³ | 4 | 12 t | 2.100 bis 3.200 € |
| 80 m³ | 4 bis 5 | 12 t oder 7,5 t plus Anhänger | 2.600 bis 3.900 € |
Die Spannen stammen aus dem Vergleich realer Angebote und bilden den Unterschied zwischen günstigem und hochpreisigem Anbieter ab. Wer sein eigenes Volumen und die Entfernung kennt, kann die Größenordnung vorab eingrenzen; ein passendes Werkzeug dafür ist der Volumen-Rechner auf Transport-Unternehmen.de, der Möbelstück für Möbelstück addiert.
Was beim Hausumzug zusätzlich anfällt
- Küche. In Häusern meist eine Einbauküche, die ab- und wieder aufgebaut werden muss. 300 bis 700 Euro, bei Geräteanschluss mehr.
- Sperrige Einzelstücke. Klavier, Tresor, Schrankwand, Aquarium. Jedes davon ist ein eigener Posten mit 150 bis 600 Euro.
- Gartengeräte und Gefahrgut. Benzin im Rasenmäher, Gasflaschen vom Grill, Farbreste im Keller darf kein Umzugswagen laden. Vorher entleeren oder entsorgen.
- Entrümpelung. Wer vor dem Umzug aussortiert, spart bei jedem Kubikmeter doppelt: beim Transport und beim Platz im neuen Haus.
Der Zeitplan
Für ein Haus mit 80 Kubikmetern sind zwei Umzugstage realistisch: einer für Keller, Garten und Nebenräume, einer für das Wohnhaus. Wer das auf einen Tag presst, zahlt Überstunden und riskiert Schäden bei Dunkelheit. Bei Fernumzügen über 300 Kilometer kommt ein dritter Tag für die Fahrt hinzu.
Die gute Nachricht zum Schluss: Hausumzüge sind für Umzugsfirmen planbarer als Wohnungsumzüge, weil Zufahrt und Parkraum selten ein Problem sind. Das schlägt sich in besseren Preisen nieder, wenn man den Termin nicht auf das Monatsende legt.
Bild: Ketut Subiyanto via Pexels


